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nächste Museumsöffnung Sa. 26.09.2020
Das Mitmach Computermuseum in Offenbach.

Etwas über die Digital Equipment Corporation (DEC)

DRP e.V. für ein Museum der digitalen Kultur im Rhein-Main-Gebiet. Das Mitmach Computermuseum in Offenbach.

Etwas über die Digital Equipment Corporation (DEC)

Heute mal Platinenporn: Drei Versionen des KA630 CPU Boards einer DEC MicroVAX II.

Die Digital Equipment Corporation (DEC) wurde 1957 gegründet und war in den 1980er Jahren der zweitgrößte Computerhersteller hinter IBM. Der Gründer – Ken Olsen – hatte zuvor am MIT den ersten komplett aus Transistoren bestehenden Computer TX-0 und dessen Nachfolger TX-2 mitentwickelt. 1960 stellte DEC mit der PDP-1 den ersten “Minicomputer” vor – nur noch so groß wie zwei Kühlschränke statt einer ganzen Etage. “PDP” bedeutet übrigens “Programmable Data Processor” – was nichts anderes als ein “Computer” ist, aber den Begriff hatte IBM schon in Beschlag genommen, so dass DEC sich davon begrifflich in der Werbung absetzen wollte.

Ab 1976 wurde die 32-Bit Architektur VAX (“Virtual Address eXtension”) entwickelt, welche lange Zeit das Marktsegment der “Workstations” beherrschte. Allerdings hat DEC die Entwicklung der PCs ignoriert/verschlafen und geriet Anfang der 1990er Jahre in’s Schlingern. Man versuchte, mit Arbeitsplatzcomputern gegenzusteuern, was aber mißlang. Als letzter Rettungsanker sollte der neuentwickelte Alpha-Prozessor in 64-Bit-RISC Architektur wirken, auf dem neben dem DEC-VMS und UNIX jetzt auch Windows NT lauffähig waren.

Nebenher erwuchs aus einem internen DEC Forschungsprojekt die Suchmaschine “AltaVista”, welche vor Google praktisch DIE Suchmaschine war.

Leider kam der Alpha-Prozessor zu spät, um DEC noch zu retten, Die Datenbanksparte ging an Oracle, die Netzwerkabteilung an Cabletron Systems und die Prozessorgruppe an Intel. Der verbliebene Rest wurde 1998 von Compaq gekauft – welche dann 2002 in Hewlett-Packard aufgingen, wo heute die Rechte an den Geräten liegen.

Die “MicroVAX II” wurde 1985 als “Mittelklasse-System” auf den Markt gebracht. Die ganze MicroVAX-Serie sollte auf kleinere Firmen abzielen, die sich die “großen” Mainframes nicht leisten konnten.

Auf der KA630 Platine befinden sich eine MicroVAX 78032 (DC333) CPU mit 5 MHz Taktung plus dem MicroVAX 78132 (DC337) mathematischen Coprozessor (FPU). Dazu kommen 1 MB RAM in Form von 256 KB Steinchen und das Boot-ROM. Das Bussystem ist der Q22-Bus – die mit 22-Bit Breite letzte Entwicklungsstufe des in den PDP und MicroVAX eingesetzten Systems.

.stefan

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